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Die biblischen Feste II

Eine Verständnishilfe  – Teil 2

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Marcel Rebiai, Februar 2008

Wo immer menschliches und gemeinschaftliches Leben sich entfaltet, entwickeln sich auch Bräuche, Traditionen, Rituale und verschiedene Formen von Festen und Feiertagen. Das kann man schon in den kleinsten Zellen menschlichen Zusammenlebens beobachten; ebenso in allen Arten von gemeinschaftlichen Verbunden, seien diese ethnischer, sozialpolitischer, ideologischer oder religiöser Natur; und natürlich auch in völkischen und nationalen Gruppierungen. Wie könnte es auch anders sein: Der Mensch braucht schliesslich einen Lebensrahmen, der ihm sowohl seine Zugehörigkeit definiert als auch seine existentiellen Fragen beantwortet. Diese Fragen trägt jeder Mensch in sich, ob bewusst oder unbewusst, ob reflektiert oder nur empfunden. Man fragt sich: Wer bin ich? Woher komme ich? Warum lebe ich? Wohin gehe ich?
Um irgendeine Form von Identität, Selbstbezug und Selbstverständnis aufbauen und einen Platz im Leben einnehmen zu können, um zu einem Gegenüber, zu einem „Du“ zu werden, braucht der Mensch Identifikationsmöglichkeiten und -merkmale, die klar machen, wohin und zu wem er gehört. So werden Geburtstage, Hochzeiten, persönliche, berufliche, politische und militärische Erfolge gefeiert. Auch der Abschied am Grab wird zelebriert, um die Zugehörigkeit des Verstorbenen zu einer Familie, einem Ehepartner, einer Gemeinschaft oder einem Volk zu bezeugen.

Fest und Zugehörigkeit

Durch Feste und Feiern legen die Menschen Zeugnis ab von ihrer Freude, ihrer Trauer, ihren Errungenschaften, Erfolgen und den Auswirkungen ihres Lebens auf ihr Beziehungsumfeld und ihre Gemeinschaft. Damit wird die menschliche Zugehörigkeit bestätigt; man erinnert sich, besinnt sich, orientiert sich und wird neu motiviert. Feste prägen Bräuche und Traditionen und legen immer Zeugnis über das Leben einzelner oder ganzer Gruppen ab. Es gibt Freuden- und Dankesfeste, oder auch Feste des Vergessens, der Ausschweifung, der Betäubung oder Flucht. So gibt es positive, aufbauende und lebensbejahende Zeugnisse wie auch negative, destruktive und lebensverneinende. Sie alle zeugen vom Dasein des Menschen: entweder von einem erfüllten oder aber von einem leeren, frustrierten und freudlosen Leben.
Ohne Feste und Feiertage – das heisst ohne Zeugnisse des Lebens – gäbe es keine Geschichte, weder persönlicher noch allgemeiner Art. Geschichte kann sich nicht ohne eine Form des Zeugnisses entfalten. Feste und Feiertage sind wie Denkmäler oder Leuchttürme in der persönlichen und allgemeinen Geschichte, die der Erinnerung, Besinnung und Orientierung dienen. Wo kaum oder gar keine Feste und Feiertage sind, da ist das Leben profillos, aussagelos, gleichgültig. Ohne Zeugnisse wird das Leben geschichtslos. In der Bibel nennt man solch einen Zustand lauwarm. Lauwarm heisst substanzlos, leer.

Feste als Zeugnis der Heilsgeschichte

Weil Feste und Feiertage mit dem Bezeugen von Geschichte, Ereignissen, Handlungen, Beziehungsrealitäten, Zugehörigkeit und Identität zu tun haben, ist es nicht verwunderlich, dass der Gott der Bibel viele Feste und Feiertage verordnet hat. Gott nennt sich der Gott Israels, weil das Volk, das er sich erwählt hat, sein Zeuge sein soll (Jes. 43,10). Bei den Festen und Feiertagen, die Gott dem Volk Israel verordnet hat, geht es darum, Zeugnis von Gottes Geschichte mit seinem Volk abzulegen. Es ist eine Heils- und Erlösungsgeschichte; eine Geschichte der Befreiung aus Sklaverei, Not, Finsternis und Tod. In 5. Mose 6,20-22 heisst es: „Wenn dich nun dein Sohn morgen fragen wird: Was sind das für Vermahnungen, Gebote und Rechte, die euch der Herr, unser Gott, geboten hat?, so sollst du deinem Sohn sagen: Wir waren Sklaven des Pharao in Ägypten, und der Herr führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand; und der Herr tat grosse und furchtbare Zeichen und Wunder an Ägypten und am Pharao und an seinem ganzen Hause vor unsern Augen.“ So haben wir in der Thora einen Zyklus von Festen, die Gott seinem Volk aufgetragen hat zu feiern, von denen ich hier auf die drei wichtigsten eingehen möchte, nämlich Pessach (Passah), Schawuot (Pfingsten) und Sukkot (Laubhüttenfest). Sie stellen in umfassender und ganzheitlicher Weise die Geschichte Gottes mit seinem Volk dar. Für diese drei Feste befahl Gott seinem ganzen Volk, zum gemeinsamen Feiern vor ihm im Tempel zu erscheinen (5. Mose 16,16).
Weil die drei Feste Pessach, Schawuot und Sukkot das Heilshandeln Gottes mit seinem Volk in dieser Welt am ganzheitlichsten zusammenfassen und bezeugen, scheinen sie mir auch für die Gemeinde von wichtiger Bedeutung zu sein. Die Gemeinde ist das Volk Gottes aus den Nationen, das durch Jesus zu Miterben und Mitbürgern des messianischen Israel gemacht wurde. (Eph. 2,19)
Die folgenden Aspekte lassen die biblischen Feste zu einem Thema für die Gemeinde Christi werden:
Erstens sind die Feste gottgegebene Zeugnismöglichkeiten gegenüber der Welt mit biblischen, vollmächtigen Inhalten.
Zweitens anerkennt, bejaht und bekennt man durch das Feiern der biblischen Feste die Tatsache, dass Gott in Christus die Gemeinde aus den Nationen in den heilsgeschichtlichen Ölbaum Israel eingepfropft hat. Durch die Stammesväter, Propheten und Apostel, die in Christus auch zu unseren Vätern, Propheten und Aposteln wurden, wird deren Erwartungs- und Erfüllungsgeschichte auch zu unserer Geschichte. Ihr Zeugnis über den Gott Israels und seinen Messias wird zu unserem Zeugnis; ihre Feste des Zeugnisses werden zu unseren Festen. Denn der Messias ist das Zentrum der biblischen Feste.

Pessach

Mit dem Feiern von Pessach bekennen wir, dass wir Menschen die gute und vollkommene göttliche Schöpfung durch Ungehorsam, Anmassung und Abwendung von Gott mit Sünde, Finsternis und Tod überzogen haben und selber in Tod und Finsternis versklavt sind. „Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkelheit die Völker“ (Jes. 60,2). An Pessach bekennen wir, dass unsere Versklavung unter die Mächte der Finsternis unweigerlich Tod und Vernichtung bringt, so wie dies beim Volk Israel in Ägypten der Fall war. Allein das Blut des Passahlammes schützte die Israeliten vor dem Tod durch den Engel des Gerichts und gewährleistete ein Entrinnen aus Ägypten, dem Haus der Sklaverei und des Todes. An Pessach feiern wir als Gemeinde Jesu die Erfüllung aller Sehnsüchte, Gebete und Prophezeiungen, die vom Kommen des Erlösers gesprochen, geträumt und geweissagt haben. Dieser Erlöser, der sein Volk aus der Hand des Todes und der Verdammnis rettet, ist der Messias Yeshua (= „Gott rettet“), der Immanuel (= „Gott ist mit uns“). Wir bezeugen, dass der Messias Jesus als das Licht, das in die Finsternis kam, zu unserem Erlöser geworden ist, der uns aus der Herrschaft des Bösen, aus Finsternis, Sklaverei und Tod rettet.
Dieses Zeugnis von Pessach, wo der Todesengel an uns vorübergeht, weil Gott uns durch das Blut des Lammes schützt und rettet, bekennen wir in unser eigenes Leben sowie in unsere Gemeinden, Familien und in die Welt hinein.

 
Schawuot

Schawuot ist das „Wochenfest“ (Pfingsten), das 49 Tage nach Pessach gefeiert wird. Es ist das Fest der Volkswerdung, weil Gott dem Volk Israel am Sinai sein Gesetz gab. Damit verbunden war auch die Berufung des Volkes zu einem priesterlichen Dasein in dieser Welt. „Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein“ (2. Mose 19,6a).
Wir als Gemeinde Jesu feiern Schawuot von der Erfüllung her und verstehen dadurch erst recht die Bedeutung der Volkswerdung, weil Gott an Pfingsten durch den Heiligen Geist sein Wort in unsere Herzen gab, wie in Jer. 31,31ff vorhergesagt. Im Glauben an den Messias Jesus entsteht durch die Innewohnung des Heiligen Geistes und des Wortes Gottes aus Juden und Nichtjuden ein Volk, bei dem die Gegenwart Gottes wohnt. Dieses Volk wird durch den Geist Gottes zu seiner Wohnstätte und seinem Tempel: Der Ort der Gottesoffenbarung in dieser Welt wird wiederhergestellt.
Schawuot oder Pfingsten ist das Fest der Einheit, des Zusammenbringens, der Vereinigung. Gott vereinigt sich mit den Menschen, und die Menschen werden untereinander zusammengebracht. Nicht zufällig wird an Schawuot in der jüdischen Tradition das Buch Ruth gelesen. Es ist die Geschichte jener Nicht-Jüdin (Moabiterin), die sich ganz unter den Schutz und die Herrschaft des Gottes Israels begab. Dadurch wurde sie in Gottes Volk eingepfropft und – als Davids Urgrossmutter – Teil der Abstammung und Linie des Messias. Ich kenne kein eindrücklicheres Bild, welches das Eingepfropftwerden der nichtjüdischen Gemeinde Jesu in das jüdische Volk des Messias besser zum Ausdruck brächte.
Oft wird im christlichen Kontext Pfingsten ausschliesslich als das Fest des Heiligen Geistes und seiner Gaben thematisiert. Dabei wurden all die Gaben des Heiligen Geistes nur mit dem einem Ziel gegeben, nämlich die Volkswerdung und Vereinigung des Volkes Gottes zu bewirken. Der Heilige Geist allein vermochte Juden und Nichtjuden dazu zu bringen, Jesus als den Messias zu bekennen und miteinander „ein Herz und eine Seele“ zu werden (Apg. 4,32). So ist Schawuot oder Pfingsten das Fest des Zusammenkommens des Gottesvolkes als Familie. An diesem Fest suchen und stärken wir unsere Zusammengehörigkeit und Einheit als Volk, das sich unter die Herrschaft von Jesus gestellt hat. Unsere Ausrichtung dabei ist es, miteinander in der Kraft des Heiligen Geistes der Welt Jesus als Messias zu bezeugen. Dafür hat er uns die gleiche Sprache gegeben, nämlich die Sprache der Liebe, Vergebung, Hoffnung, Freude und des Vertrauens.

Sukkot

Beim Laubhüttenfest (Sukkot) erinnert sich das jüdische Volk an die Wanderung ihrer Vorfahren durch die Wüste. Man baut Laubhütten zum Fest und erzählt sich, wie das Volk damals vierzig Jahre lang in provisorischen Unterkünften hauste und von Gott mit allem Nötigen versorgt wurde.
An diesem Fest legen, die wir an Jesus glauben Zeugnis davon ab, dass wir als Volk Gottes in der Fremde weilen und zu unserem endgültigen Daheim unterwegs sind. Wir bezeugen, dass wir als Pilger durch die Wüste dieser Welt wandern (und diese Welt ist in ihrer Gottesferne und Gottlosigkeit eine Wüste) und dass unser verheissenes Land bei Gott ist.
Das Laubhüttenfest ist ein Fest der Dankbarkeit für die Fürsorge Gottes, mit der er uns durch das vergangene Jahr unserer Pilgerschaft getragen und versorgt hat. Es ist auch ein Fest der Hoffnung. Wir warten auf die endgültige Erfüllung von Gottes Verheissungen. Wir warten darauf, dass Jesus zurückkommen wird, um uns endgültig nach Hause zu holen, wie er versprochen hat. „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Joh. 14,2-3). Wir bezeugen, dass wir auf den Messias warten und bereit sind, jederzeit alles loszulassen, um ihm zu folgen, wenn er kommt. „Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet“ (Luk. 12,37). Wir wollen als Pilger so leben, dass uns weder Menschen noch Dinge in Pflicht nehmen, binden und wichtiger werden als Jesus. Wir bezeugen unsere Sehnsucht nach der himmlischen Heimat, nach der Stadt, die Gott für uns gebaut hat. „Nun aber sehnen sie sich nach einem besseren Vaterland, nämlich dem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu heißen; denn er hat ihnen eine Stadt gebaut“ (Heb. 11,16). So erinnert uns das Laubhüttenfest jedes Jahr neu daran, dass wir in dieser Welt keine Wurzeln schlagen wollen, weil uns das Schönste, die Erfüllung all unserer Träume und Wünsche noch bevorsteht.
Es ist ein Fest der Freude, weil wir uns neu von dem Wort durchdringen lassen wollen, das Jesus uns gesagt hat: „Freut euch am allermeisten, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“ (Luk. 10,20).

Das Weihnachtsfest

Es ist mir ein Bedürfnis, in diesem Artikel auf ein Fest einzugehen, das nicht ausdrücklich vom Wort Gottes verordnet, aber meines Erachtens nicht weniger zentral ist für das Volk Gottes: das Fest der Geburt Jesu. Es fällt mir auf, dass für viele Israelfreunde Weihnachten zunehmend zu einem kontroversen Fest wird. In gewissen Kreisen wird die Geburt Jesu gar nicht mehr gefeiert; man bezeichnet das Fest als nicht-biblisch, ja sogar als heidnisch, da am 25. Dezember der Geburtstag des Sonnengottes Sol gewesen sein soll.
Dazu möchte ich Folgendes sagen: Tatsächlich weiss niemand von uns genau, wann die Geburt Jesu war. Offenbar war es für Gott nicht wichtig, uns das genaue Datum mitzuteilen. Dessen ungeachtet ist die Tatsache der Geburt des Messias der Paukenschlag in der Schöpfung schlechthin. Die Geburt Jesu ist der Anfang der Erfüllung aller Heilsverheissungen Gottes. Gnade und Wahrheit liessen sich in unserer Welt der Lüge und Verdammnis nieder; das Licht des Lebens brach in eine Welt der Finsternis hinein. Dieses Licht kam, um uns den Weg nach Hause zum himmlischen Vater zu zeigen. Das Leben schaffende, Hunger und Durst stillende Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit (Joh. 1,14). Uns Menschen, die wir uns von Gott abgewandt und entfremdet hatten, suchte Gott höchstpersönlich auf und wurde zu unserem Immanuel (Gott mit uns). Die Geburt Jesu ist das erdenklich grösste Zeugnis über die unaussprechliche Demut Gottes.
Das Weihnachtsfest ist zum Bersten voll des Zeugnisses über die Gnade, Liebe, Wahrheit, Güte und Demut Gottes; voll des Zeugnisses über die Fleisch gewordene Hoffnung für uns Menschen, über das Ende unserer Einsamkeit und Verlassenheit! Weihnachten ist übervoll der Freude, Hoffnung und des Friedens! Das Heil, das Gott für uns bereitet hat, ist zu uns gekommen. Darum kann ein Friede sich in den Herzen entfalten, den der Böse nicht rauben kann. Der Sohn Gottes ist gekommen und hat an unserer Stelle den Kampf gegen das Böse aufgenommen!
Sollte dieses grossartige Ereignis, das den neuen Bund einläutet – ja buchstäblich gebiert – nicht gefeiert, bezeugt und verkündet werden? Gibt es irgendeine Geburt, die das Herz der Menschen und der ganzen Schöpfung mit mehr Freude erfüllen könnte als die Geburt des Gottessohnes? Sollte sie nicht mit aller Freude als die wichtigste, ergreifendste und schönste Geburtstagsgeschichte der Welt unablässig erzählt werden? Sollte der Einbruch des Reiches Gottes in diese Welt nicht mit allen Fanfaren und Posaunen gefeiert werden? So wie die Engel es sangen und jubilierten: „Siehe, ich verkündige euch grosse Freude!“ (Luk. 2,10).
 
Ein Fest der Freude

Weihnachten, die Geburt des Herrn, ist ein Freudenfest! Auch wenn sich über die Jahrhunderte viele Traditionen und Gebräuche als Ausdrucksform dieses Festes gebildet haben, die die Freude oft ersticken und den Inhalt verzerren wollen, dürfen wir uns das Fest der Freude über unseren Messias durch nichts rauben lassen.
Wie ist es nun mit dem 25. Dezember, dem Geburtstag des Sonnengottes? Für mich ganz einfach: Jesus hat alle Mächte und Gewalten entwaffnet und in seinem Triumphzug mitgeführt (Kol. 2,15), also auch den Sonnengott; denn Jesus ist die wahre Sonne, das Licht der Welt. Also warum nicht seinen Geburtstag am 25. Dezember feiern, um zu bezeugen, wer wirklich die Sonne und das Licht der Welt ist?! Überdies gibt es keine Stunde und keinen Tag, die nicht sowieso sein Eigentum wären.
Weihnachten ist wie gesagt das Ereignis, an dem die Erfüllung aller Gottesverheissungen beginnt. Von da aus schreiben wir den neuen Bund, den Gott in Jer. 31,31ff vorausgesagt hat. Durch Weihnachten erleben alle biblischen Feste ihre Erfüllung, weil der verheissene Messias, das Heil Gottes, gekommen ist, um alle Verheissungen Gottes Fleisch und Wirklichkeit werden zu lassen. Das Feiern von Pessach, Schawuot und Sukkot macht für das Volk Gottes erst von der Geburt des Messias aus betrachtet Sinn. Denn wenn wir die biblischen Feste als Zeugnis feiern, dann nur von der Erfüllung durch den Messias Jesus her.

Das Fest als Bekenntnis

Biblische Feste feiern heisst also Zeugnis ablegen
über Gottes Heilshandeln,
über Gottes Beziehung zu den Menschen,
über das Leben der Menschen mit Gott,
über das Wesen des Reiches Gottes.
Deshalb sind Feste ideale und natürliche Zeugnismöglichkeiten in die eigene Familie, in die Gemeinde und in die Welt hinein. Wie viele Menschen kennen Gott nicht, haben Hunger nach dem Leben, sind einsam, verlassen, verbittert, hoffnungslos, beladen mit Ängsten und Sorgen. Wie viele sind auf der Suche nach Sicherheit, Erfolg und Erfüllung! Nichts eignet sich so gut wie ein Fest, solche Menschen einzuladen und hineinzunehmen in unser Feiern, unsere Freude und Hoffnung und sie dadurch Gemeinschaft und Wertschätzung erfahren zu lassen. Die Musik, die Freude, der Tanz, das klare Zeugnis der frohen Botschaft, die Gemeinschaft, das gute Essen und das Gespräch ermöglichen ein ganzheitliches Erfahren und Schmecken des Reiches Gottes.
Der Name Jesus als Sohn Gottes soll mit Freude und Fröhlichkeit, mit Freiheit und Offenheit, mit Freundlichkeit und Güte verbunden werden. „Kommt, schmecket und sehet, wie gütig der Herr ist. Wohl allen, die auf ihn trauen“ (Ps. 34,9).
Bei den Festen haben wir die Möglichkeit, die Menschen einzuladen, damit sie mit Leib, Seele und Geist die Güte Gottes durch uns schmecken können: unsere Nachbarn und Arbeitskollegen, unsere Verwandten, die Jesus noch nicht kennen, der Mann und die Frau von der Strasse, die Jugendlichen, die herumhängen, die Fremden und Gastarbeiter, die Flüchtlinge und Asylanten. Wir sind als Volk Gottes dazu gesetzt, ihnen allen Gott nahe zu bringen, sein Heil für die Menschen zu bezeugen, ihn durch unser Leben offenbar zu machen. Haben wir als einzelne oder als Familien eine zu kleine Kapazität, dann sollten wir uns mit anderen gläubigen Familien und Freunden zusammentun. Wir könnten unsere Kräfte, Gaben und Ressourcen zusammenlegen und damit zusammen ein starkes, tragfähiges Netz bilden. Ein solches Netz, geknüpft aus unseren Beziehungen zueinander und der Freude am Reich Gottes, könnte viele Fische in das Reich Gottes hineinziehen.
Das Reich Gottes ist durch das Kommen Jesu zu einem grossen Fest geworden. Als Gottes Volk, als Gemeinde Christi, sind wir es der Welt schuldig zu bezeugen, dass wir eine feiernde, hoffnungsvolle, glaubende und fröhliche Gemeinde sind. Lasst uns das Zeugnis von dem Gott, der zum „Immanuel – Gott mit uns“ geworden ist, ganzheitlich ablegen. So wird seine Freude in uns sein und unsere Freude vollkommen werden (Joh. 15,11). Lassen wir unsere Feste und Partys zu Oasen der Freude werden, worin die Welt das Angesicht Jesu sieht!


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